Lederwaren-Lexikon

Das Lederwaren-Lexikon entsteht aus dem Bedürfnis das zu verstehen, zu studieren und zu vertiefen, was schon immer unsere größte Leidenschaft war: das Leder. Zusammen mit diesem, dessen Pflege und Beliebtheit wollen wir euch unsere Liebe vermitteln, ein Liebe, die aus der Erfahrung und aus einem gesamten dem Kundenservice und dessen Wünschen gewidmeten Leben hervorgeht.

 

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Eine kurze aber beispielhafte Einleitung wird euch den Prozess der Verarbeitung des Leders in allen seinen Phasen erläutern, gefolgt von einer Vertiefung der Materialien und dem Unterschied zwischen den verschiedenen Ledersorten. Im Folgenden haben wir außerdem die Disziplin der Verwendung der Begriffe Leder, Haut und Lederwaren, ihrer Ursprünge und Synonyme zitiert. Dabei handelt es sich um ein wichtiges Regelwerk aus dem Jahr 2013, in dem alle Begriffe in Bezug auf Lederwaren und ihrem Ursprung, auch im semantischen Sinne, geklärt werden. 

Unterschied zwischen Leder, Ecoleder und Kunstleder

Das Leder, oder die Haut, ist die Hauptkomponente des Integumentationsapparats und besteht aus drei Hauptschichten, die als Epidermis, Derma und Hypoderma bezeichnet werden. Im Gerbungsbereich und bei den Lederwaren generell werden Tierhäute für die Produktion von Kleidungsstücken, Accessoires und Sportgeräten hergestellt. Die verwendeten Häute sind generell Häute von gehaltenen Tieren, wie Kühen, Schafen, Büffeln, Ziegen und Schweinen, auch wenn auch die Häute von Wildtieren wie Elchen, Hirschen, Kängurus, Reptilien und Krokodilen weit verbreitet sind. Auf der Basis der Qualität der verwendeten Haut, variieren die Verfügbarkeit, Haltbarkeit, Kosten und Verarbeitungsmethoden. Apropos Verarbeitungsmethoden, die erste Phase besteht aus dem Häuten, welches sowohl mechanisch, als auch per Hand von statten gehen kann, und aus welcher die sogenannte Rohhaut hervorgeht. Die Rohhaut ist diejenige Haut, an der noch das Fell vorhanden ist, und die im folgenden gesalzen und getrocknet wird, um das Anhaften von Bakterien und Mikroorganismen zu verursachen, welche das Leder ruinieren könnten. Die Haut wird gewöhnlich in dafür vorgesehenen Kühlschränken aufbewahrt. In der folgenden Phase wird die Haut dem Gerbungsvorgang unterzogen, bei dem sie dann zu Leder wird.

Ein direkt vom Leder abgeleitetes Produkt ist das Ecoleder, das sehr oft fälschlicherweise mit plastischen Materialien verwechselt wird, die entworfen wurden, um die Struktur von echtem Leder zu imitieren, und die stattdessen als Kunstleder oder falsches Leder bezeichnet werden. Allerdings ist das Ecoleder alles andere als ein künstlicher Stoff, sondern ein Produkt, das mit umweltschonenden Materialien und Techniken hergestellt wird, wobei immer die Qualität und die Eigenschaften nach der Norm UNI 11427:2011 eingehalten werden, welche die Verwendung des Begriffes Ecoleder regelt. Eines der Vorteile des Ecoleders ist mit Sicherheit die umweltschonendere Verarbeitung im Vergleich zu normalem Leder, sowie auch die Weichheit und die lange Haltbarkeit. Zu den Nachteilen gehören dagegen die erhöhten Kosten im Vergleich zu normalem Leder, und die Notwendigkeit der ständigen Instandhaltung, um eine gleichbleibende Qualität der Materialien zu gewährleisten.

Was dagegen das bereits erwähnte Kunstleder angeht, dabei handelt es sich um gefälschtes Leder und ein völlig anderes Thema, da dieses keine Bestandteile von natürlichem Ursprung hat. Sie werden hergestellt, indem eine Folie aus harzhaltigem Polyurethanmaterial auf einer Schicht aus Baumwolle oder Kunstfaser aufgetragen wird. Das Harz wird bei der Verarbeitung so dünn, dass es zu einer einzigen dünnen Schicht wird. Diese wird dann mit industriellen Maschinen gefärbt und bearbeitet, um die Strukturen und Musters des echten Leders nachzuahmen.

Was kann man also tun, um echtes von falschem Leder zu unterscheiden? Es ist sicherlich nicht einfach, aber einige der Hinweise, der uns dabei am besten weiterhelfen können, sind mit der Zeit und dem Gebrauch verbunden. Echtes Leder wird mit der Zeit weicher und nutzt nur sehr langsam ab, wobei die Narbenschicht des Leders herauskommt und erst dann seine wahre Schönheit offenbart. Kunstleder dagegen beginnt mit der Zeit zu brechen, sodass ihr sehr schnell gezwungen seid, ein jedes gerade erst erworbenes Accessoire wegzuwerfen, weil es nicht mehr brauchbar ist.

Abgesehen davon existiert eine weitere Leder-Kategorie, die als regeneriertes Leder bezeichnet wird. Dabei handelt es sich nicht direkt um ein Leder, sonders er wird eher in die Familie der künstlichen Materialien eingestuft. Es wird aus des Faserresten des Leders hergestellt, die bei der Verarbeitung der Häute übrig bleiben. Das CEN (Europäisches Komitee für Normung) definiert das aus den Lederfasern gewonnene Leder als "Material aus gegerbten Häuten, die mechanisch und/oder chemisch zu faserigen Teilen, kleinen Stücken oder Pulvern zersetzt werden, und im Folgenden mit oder ohne chemische Bindungsmittel zu Blättern geformt werden. Wenn andere Bestandteile außer den Lederfasern vorkommen, deren Ursprung nicht auf ein Leder zurückzuführen ist, muss dies ausdrücklich genannt werden. Ein Mindestbetrag von 50% des Gewichtes des Trockenleders ist nötig, um den Begriff des aus Lederfasern regenerierten Leders zu verwenden".

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